Sandrine im Val Majour


Seitdem ich Gruppen in die Provence begleite, steht sie zum Empfang mit strahlendem Lächeln in der Rezeption und vermittelt den Ankommenden das Gefühl, hochwillkommen zu sein. Koffer die kleine Stiege zu den Zimmern hinauftragen – wehe, ein vorwitziger Gast will das selbst bewerkstelligen! Sandrine kommt hinter ihrem Tresen hervor gesaust und beharrt auf ihrem Job als Koffermaid. Nicht dass sie danach aussehen würde, sie ist ein überaus zierliches Persönchen, aber drahtig und voll Elan und in kürzester Zeit hat jeder Gast seinen Koffer im Zimmer. Sandrine ist in Arles geboren, also eine waschechte, stolze Arlesierin. Die Mädchen aus Arles gelten als die schönsten Frankreichs, Georges Bizet hat ihnen mit seiner berühmten Arlesienne Suite ein musikalisches Denkmal gesetzt. Ein besonderes Anliegen ist ihr, die Gäste aus dem barbarischen Norden von der sportlichen Fairness des provençalischen Stierkampfes zu überzeugen, bei dem der Stier der Held ist und nicht getötet wird. Dazu schleppt sie einen veritablen ausgestopften Stierkopf heran und demonstriert mit südlichem Temperament, wie und welche Bänder und Trophäen dem Stier von den fiscadores, den jugendlichen Stierkämpfern, in der Arena entrissen werden. Anschließend darf er wieder zurück in die grüne Wildnis der Camargue, wie sie nicht müde wird zu betonen.
Der besondere Reiz im Landhotel Val Majour sind die Dinners auf der Gartenterrasse. Waren wir in den Bergen, duftet frischer Lavendel auf den Tischen, haben wir den Tag in der Camargue verbracht, stehen Sträußchen von Saladellen in den Vasen. Goldener Ginster, Olivenzweige, Weinranken – Sandrine kennt ihre provençalische Heimat und sie liebt es, jeden Abend die Tische neu zu dekorieren, immer passend zu unserem jeweiligen Ausflug.
Tage in der Provence – voll unvergesslicher Eindrücke an atemberaubende Landschaften, goldenes Licht, wohliges Lebensgefühl – und durch Sandrine und ihre herzenswarme Freundlichkeit noch zusätzlich verzaubert.
Illa LIschewski