Begegnungen


Sandrine im Val Majour

Seitdem ich Gruppen in die Provence begleite, steht sie zum Empfang mit strahlendem Lächeln in der Rezeption und vermittelt den Ankommenden das Gefühl, hochwillkommen zu sein. Koffer die kleine Stiege zu den Zimmern hinauftragen – wehe, ein vorwitziger Gast will das selbst bewerkstelligen! Sandrine kommt hinter ihrem Tresen hervor gesaust und beharrt auf ihrem Job als Koffermaid. Nicht dass sie danach aussehen würde, sie ist ein überaus zierliches Persönchen, aber drahtig und voll Elan und in kürzester Zeit hat jeder Gast seinen Koffer im Zimmer. Sandrine ist in Arles geboren, also eine waschechte, stolze Arlesierin. Die Mädchen aus Arles gelten als die schönsten Frankreichs, Georges Bizet hat ihnen mit seiner berühmten Arlesienne Suite ein musikalisches Denkmal gesetzt. Ein besonderes Anliegen ist ihr, die Gäste aus dem barbarischen Norden von der sportlichen Fairness des provençalischen Stierkampfes zu überzeugen, bei dem der Stier der Held ist und nicht getötet wird. Dazu schleppt sie einen veritablen ausgestopften Stierkopf heran und demonstriert mit südlichem Temperament, wie und welche Bänder und Trophäen dem Stier von den fiscadores, den jugendlichen Stierkämpfern, in der Arena entrissen werden. Anschließend darf er wieder zurück in die grüne Wildnis der Camargue, wie sie nicht müde wird zu betonen.
Der besondere Reiz im Landhotel Val Majour sind die Dinners auf der Gartenterrasse. Waren wir in den Bergen, duftet frischer Lavendel auf den Tischen, haben wir den Tag in der Camargue verbracht, stehen Sträußchen von Saladellen in den Vasen. Goldener Ginster, Olivenzweige, Weinranken – Sandrine kennt ihre provençalische Heimat und sie liebt es, jeden Abend die Tische neu zu dekorieren, immer passend zu unserem jeweiligen Ausflug.
Tage in der Provence – voll unvergesslicher Eindrücke an atemberaubende Landschaften, goldenes Licht, wohliges Lebensgefühl – und durch Sandrine und ihre herzenswarme Freundlichkeit noch zusätzlich verzaubert.
Illa LIschewski

 

 

 


St Petersburg im Juli 2017

Unsere Guide in St- Petersburg,

Wenn Elena lächelt, zerschmilzt ihr Gesicht in eine Menge unerwarteter Grübchen. Das geschieht sehr oft, zum Beispiel wenn sie auf interessante Fragen eingeht, wenn sie auf eine besonders schöne Fassade aufmerksam macht oder wenn sie eine Anekdote aus der bilderbuchbunten Vergangenheit Russlands erzählt. Sie lächelt sogar wenn sie nachdenklich eine Meute erlebnishungriger chinesischer Touristen beobachtet, die mit ihren Handys Jagd auf die im Reisehandbuch ‚Ganz Russland in acht Tagen‘ als absolutes Highlight aufgeführte da Vinci Madonna machen. Die Begegnung mit der lebhaften Elena und die Fülle der Informationen, die mit nie erlahmender Begeisterung und rollendem R aus ihr hervor sprudeln, macht unsere Woche in St Petersburg zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ganz abgesehen von der Faszination dieser einmaligen Stadt mit ihren Kanälen und Prachtstraßen, ihren Palästen und Kirchen, Gärten und Grünflächen. Die ungeheuren Schätze der Eremitage, die Weite und Großzügigkeit der Prospekte, die Fülle der wunderschönen Fassaden die die Stadt zu einem Freilichtmuseum europäischer Architekturgeschichte – St Petersburg ist in seiner Schönheit in so kurzer Zeit kaum zu erfassen und sicherlich mehr als nur eine Reise wert.

 


Reisegalerie – Usbekistan